Unglücklich in der Ehe/Beziehung: Diese 7 Fragen solltest du dir stellen.

Für viele scheint eine glückliche Beziehung ein Buch mit sieben Siegeln zu sein. Es sind keine guten Nachrichten: In der Tat sind sechs von zehn Paaren unzufrieden in ihrer Beziehung. Dieses Ergebnis resultiert aus einer britischen Umfrage mit 3000 Teilnehmern einer Datingplattform.
Zahlreiche Spezialisten widmen sich dem Arbeitsfeld Liebe. Liebesforscher, Ratgeberautoren, Paar-Therapeuten, ja sogar Tantra Lehrer und Feng-Shui-Berater. Inwiefern das zweckmäßig ist, und tatsächlich hilft, sei da hingestellt.
Was die meisten nicht berücksichtigen: Die Liebe ist ein ganz bedeutendes Gefühl, es gibt kaum etwas, was dieses Gefühl übertreffen kann. Ihren Anfang nimmt sie in uns selbst. Die eigene Unzufriedenheit und eine hohe Erwartungshaltung sind nicht selten die ausschlaggebenden Beziehungskiller.

Es gibt nur eine falsche Sicht der Dinge: der Glaube, meine Sicht sei die einzig richtige. Nagarjuna

Blicken wir zurück: Zunächst war es die rosarote Brille. Zu gern wird sie in den Anfängen einer Beziehung getragen. Nach und nach tauchen die ersten Gewitterwolken auf.

Mit der Zeit wird alles langweilig und berechenbar. Spontan ist out. Sex hat feste Zeiten, und meist dann, wenn das Fernsehprogramm nichts zu bieten hat. Gegenseitige Schuldzuweisungen sind an der Tagesordnung. Zu allem gesellt sich die Vertrauensfrage. Hier vergisst man allzu schnell, das Partnerschaft auch eine Freundschaft ist, die etwas miteinander verbindet und einen stärkt.

Und dennoch verliert sich der Glanz einer Langzeitbeziehung in Regelmäßigkeiten. Mehr und mehr läuft man aneinander vorbei, nimmt sich selbst und seinen Partner kaum noch wahr.

 

Ist Liebe und eine perfekte Beziehung tatsächlich so schwierig?

Ich sage: Nein! Liebe ist keine mühselige Arbeit, Liebe ist nicht schwierig, Liebe ist wunderbar. Konzentrieren wir uns auf die positiven Seiten und auf die Stärken, dann gleichen wir die Schwächen aus.
Glückliche Partner zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich selbst und dem anderen gleichermaßen mehr positive als negative Eigenschaften und Verhaltensweisen zuschreiben. Hingegen begünstigen unglückliche Partner sich selbst und werten den anderen jedoch relativ dazu ab.

Nun bist du dran! Stelle dir die folgenden sieben Fragen, und finde heraus, wie du eine glückliche Beziehung fördern kannst:
An dieser Stelle achten wir besonders auf die Form deiner Fragestellung.
Verwandle „Was stimmt nicht in meiner Beziehung“ in „Warum sind wir glücklich“. Erkenne, dass bei Weitem nicht alles schlecht in deiner Beziehung ist.

Die Frage „Warum funktioniert es nicht?“ lässt sich in „Warum leben wir gemeinsam?“ umwandeln.

Versuche es:

 

1. Wie viel Akzeptanz und Toleranz steckt in meiner Beziehung?

Vielleicht hast du es schon tausendmal gesagt, immer und immer wiederholt. Du fühlst dich unglücklich: Eine offene Zahnpastatube, das schmutzige Geschirr neben der Spülmaschine oder die Socken, welche nicht auf den Wohnzimmersessel gehören. Überlege: Wieviel Verständnis forderst du für dich selbst ein, wenn gewisse Dinge einer Marotte unterliegen? Akzeptanz ist ein Kernpunkt in jeder Beziehung, denn wir wollen so genommen werden, wie wir sind.

Lege die Messlatte nicht zu hoch, denn der Maßstab, den du an deinen Partner legst, sollte auch für dich gelten. Übe dich in Entspannung, und lasse deinen Partner einfach so sein, wie er ist. Ständige Vorhaltungen und Kritik sind nur schwer zu ertragen. Die offene Zahnpastatube oder die fehl gelegten Socken sind die Auseinandersetzung ganz sicher nicht wert.

 

2. Was verstehe ich unter Streitkultur?

In Partnerschaften darf gestritten werden. Eine herbeigeführte Harmonie, die nicht echt ist, hat noch keiner Beziehung geholfen. Achte stets darauf: Was ist wirklich dein Problem? Vielleicht hat dich das Tagesgeschehen sehr aufgeregt und dein Unmut hat überhaupt nichts mit dem Verhalten deines Partners zu tun.

Gern machen wir uns zu Hause Luft. Da genügt der kleinste Konflikt mit dem Partner, um eine Staatsangelegenheit herbeizuführen. Ist das wirklich nötig? Halte inne und versuche sachlich, ruhig und zielführend zu argumentieren.

 

3. Was macht meine Beziehung stark?

Je günstiger du über dich selbst denkst, desto höher sind die Idealvorstellungen, die auf deinen Partner übertragen werden. Es wird nahezu selbstverständlich deinen Partner ebenso zu beurteilen. Hier zeigt sich das Phänomen der Seelenverwandtschaft.

Dein Eindruck von deinem Partner wächst durch deine eigene Selbstwahrnehmung. Die positive Illusion wertet deine Partnerschaft auf und stärkt die Beziehung.

 

4. Kann es durch mehr Achtsamkeit gelingen, die Liebe zu erhalten?

Über die achtsame Wahrnehmung kannst du deinen Partner viel besser einschätzen. Dazu beobachtest du dich zunächst selbst. Worüber freust du dich? Was stört dich? Was empfindest du? Nun beobachtest du deinen Partner: Was findet er toll? Was nervt ihn? Was bereitet ihm besonders viel Freude?

Verteile Komplimente und spare nicht mit Lob, so löst du Glücksgefühle aus. Zeige Wertschätzung gegenüber den Dingen, welche er mag.

 

5. Nähe und Distanz, was lasse ich zu?

Das A und O in jeder Beziehung: Freiraum schenken! Vertrauen, Respekt und Kompromissbereitschaft sind an dieser Stelle wertvolle Begleiter. Stelle nie dein Bedürfnis, über das deines Partners. Übe dich in der Kunst, einen gelungenen Ausgleich zu finden.

 

6. Welche Gemeinsamkeiten stärken meine Beziehung?

Das „Wir- Gefühl“ ruft die „Schmetterlinge im Bauch“ hervor, welche wir ganz am Anfang einer Beziehung spürten. Sei offen für gemeinsame Erlebnisse. Wandert auf einem schmalen Pfad durch die Berge, haltet euch fest und zeigt, wie sehr ihr euch vertrauen könnt.

 

7. Kann ich meiner Beziehung neue Impulse schenken?

Du kannst! Einige Antworten hast du bereits gefunden. Zusammengefasst ergeben sich großartige Impulse: Gehe den Ressourcen in deiner Beziehung auf den Grund. Was hat dich fasziniert? Berichte über die glücklichen Momente. Warum habt ihr euch füreinander entschieden?

Erforsche in einem sicheren Rahmen Sinnlichkeit und Sexualität. Spüre die Emotionen auf und verbessere deine Kommunikation.

 

Für all diese Fragen gilt: Wenn diese zu weiteren Konflikten und Frustrationen führen, dann kann eine Eheberatung vor dem finalen Schlussstrich manchmal der richtige Schritt sein. Doch immer gilt: Wenn du dich nicht liebst, kannst du auch niemand anderen lieben. du wirst deine Probleme in die neue Bezeihung mitnehmen, und nach der euphorischen Verliebtheitsphase werden sie erneut für Probleme sorgen. Deshalb: Fang bei dir an!