Unglücklich nach der Hochzeit: Diese 7 Fragen solltest du dir stellen.

Jedes besondere Ereignis birgt die Gefahr, anschließend in ein tiefes schwarzes Loch zu fallen. Auch die Zeit nach der Hochzeit ist davor nicht gefeit. Monatelang habt ihr auf dieses Fest hingearbeitet. Kein Wunder, dass sich ein Stimmungstief einstellt. Vor einigen Tagen noch voll ausgefüllt, folgt nun ein Leerlauf. Keine anregenden Diskussionen mehr über die Menükarten, den perfekten Blumenschmuck oder über die Auswahl der Musik. Es ist still. In der Tat ist es nicht ungewöhnlich, dass sich manche Paare über die lange Planungsphase ihrer Hochzeit entfremden. Vieles wurde nicht mehr angesprochen. Ängste, Sorgen oder Wünsche für die Zukunft landeten im Abseits.

 

1. Bin ich unglücklich, weil ich denke, dass sich nach der Hochzeit vieles verändern wird?

Möglicherweise habt ihr bereits schon viele Jahre vorher unbeschwert zusammengelebt. Bei dieser Frage spiegelt sich eine Ungewissheit wider. Was erwartet mich und wie geht es nun weiter? Die Hochzeit entspricht einem Wandel. Aber eigentlich besiegelt dieser nur eure Zusammengehörigkeit. Was sollte daran falsch sein und was sich verändern? Rufe nichts herbei, was nicht präsent ist.

 

2. Bin ich unglücklich, weil ich das Gefühl habe, lediglich nur ein guter Gastgeber auf meiner Hochzeit gewesen zu sein?

Die Erwartungen an den Verlauf einer Hochzeit sind hoch. Geht es den Gästen gut? Haben wir alles richtig gemacht? Selbst bleibt man auf der Strecke, und die Zeit danach quälst du dich mit Gewissensbissen. Das hätte ich anders machen sollen. Warum habe ich nicht darauf geachtet? Solche Gedanken sind völlig unnötig und verleihen dem eigentlich schönen Fest einen bitteren Beigeschmack.

 

3. Bin ich unglücklich, weil mich nach der Hochzeit die hohen Kosten einholen?

Dass eine Hochzeit mit entsprechenden Kosten verbunden sind, weiß man in der Regel bereits im Vorfeld. Wenn finanzielle Sorgen die Euphorie trüben, kann das die Stimmung drücken. Materielle Dinge sind immer lösbar. Sie sollten keinen Schatten über das Eheglück werfen.

 

4. Bin ich unglücklich, weil mir die Aufmerksamkeit fehlt, die ich während meiner Planungsphase erfahren habe?

Monatelang warst du die Hauptperson. Es drehte sich alles nur um dich und deine Hochzeitsvorbereitungen. Nun ist der Trubel vorbei. Kein Wunder, dass du dich vernachlässigt fühlst. Aber warum macht dich das unglücklich? Deine Hochzeit ist die Aussicht auf neue Wege, die du gemeinsam mit deinem Partner gehst. Schwelge nicht in dem Glanz des Vergangenen, sondern konzentriere dich auf das, was deine Ehe besonders macht.

 

5. Bin ich unglücklich, weil ich unrealistische Erwartungen an meinen Partner habe?

Das ist kein seltenes Phänomen. Die Erwartungshaltung ist hoch, und manches, was dich vielleicht vorher gestört hat, möchtest du ad hoc ändern. Lästige Fußballspiele oder romantische Filme sollen der Vergangenheit angehören. Schließlich ist man ja verheiratet, da muss sich das ändern. So funktioniert das aber nicht. Unerfüllte Bedürfnisse lassen sich nur schwer aushalten, auch wenn sie unsinnig erscheinen mögen. Die daraus resultierende Unzufriedenheit hilft beiden Seiten nicht weiter, um glücklich zu sein.

 

6. Bin ich unglücklich, weil ich darüber nachdenke, dass es irgendwann zu einer Trennung kommen kann?

Ein fataler Gedanke und der Beginn eines Rückzugs als Schutzmaßnahme. Warum hegst du Gedanken, die noch keinen Bestand haben? Düstere Prognosen vermitteln ein negatives Image, welches dir und deinem Partner nur schaden kann.

 

7. Bin ich unglücklich, weil mich das Gefühl einholt, etwas von meiner Unabhängigkeit verloren zu haben?

Jede Hochzeit besiegelt den Schritt in die Verbindlichkeit. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Eheschließung für viele Paare eine Herausforderung ist. Insbesondere Männern fällt es schwer, von ihrer hochgeschätzten Unabhängigkeit Abschied zu nehmen. Aber auch bei Menschen, die ein starkes Bedürfnis nach Freiheit haben, kann das einen großen Druck auslösen. Hier gilt es, seine Bedürfnisse genau zu analysieren und das Gespräch mit dem Partner zu suchen.

Jedoch darf man nie vergessen, dass jeder selbst die Verantwortung für das „Ja“ vor dem Standesbeamten trägt. Nachträgliche Schuldzuweisungen, dass man sich möglicherweise überrumpelt fühlt, sind nicht angebracht.

 

Tatsache ist, mit einer Heirat ändert sich die Perspektive. Wenn notwendige Anpassungen nicht gelingen oder wir uns den entsprechenden Entwicklungsschritten nicht gewachsen fühlen, erlebt unsere Ehe eine Krise. Die Hochzeit ist ein Meilenstein, dem weitere folgen werden- Kinder, ein Haus oder andere Wünsche, die aus vorangegangenen Plänen entstanden sind. Manches bleibt vielleicht unerfüllt, oder liegt noch in weiter Ferne.

Die Hochzeit ist schlussendlich der Moment, aus dem sich etwas ergeben kann, weil der Zeitpunkt so vorgesehen war. Aber sie ist nicht der Auslöser für etwaige Probleme, die uns unglücklich machen. Das allein liegt in uns selbst, wie wir etwas betrachten, erwarten, und bewerten.

 

Wichtig ist zu erkennen, dass ich selbst Einfluss habe auf die Realität, die ich erfahre.Tarab Tulku Rinpoche