Zweifel an den eigenen Entscheidungen: Diese 7 Fragen solltest du dir stellen

Zweifel? Was sind eigentlich Zweifel? Woran zweifeln wir und warum?

Aristoteles sagte einst: „Zweifel sind der Beginn von Weisheit“- Shakespeare nannte sie „Verräter“. Beides ist möglicherweise richtig, es kommt wohl drauf an, wie wir es betrachten, und welche Bereitschaft wir in uns tragen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Jeder Mensch trägt Zweifel in sich. Das ist nicht unbedingt verkehrt. Oft zeigen sie uns sogar neue Wege auf. Wenn wir vor wichtigen Entscheidungen stehen, können sie aber auch zum Killer werden und unsere Selbstsicherheit ins Wanken bringen.

Ich nutze meine Zweifel als eine Art inneren Kompass und habe nach und nach gelernt, mit meinen Zweifeln umzugehen. Dabei habe ich festgestellt: Je größer die Liebe und Begeisterung für eine Sache ist, umso weniger Kraft muss ich aufbringen, um mein Ziel zu erreichen.

Wie fühlt es sich an, wenn du eine Entscheidung triffst oder getroffen hast? Spürst du ein Kribbeln im Bauch, fühlst du einen Kloß im Hals oder erfährst du ein befreiendes Gefühl in der Brust? Versuche an dieser Stelle, ein wenig mehr über deine Gefühle während deiner Entscheidungsphase zu erfahren.

 

Stelle dir dazu die folgenden 7 Fragen- wieviel Entscheidungsfreudigkeit steckt in dir?

 

1. Wie sehr vertraust du dir und deiner Entscheidung?

Gegenfrage: Wieviel selbstbejahende Sätze sprichst du dir zu? Zweifelst du an dir selbst, an deiner eigenen Person, die es nicht zu leisten vermag? Oder sind es die möglichen Folgen deiner Entscheidung, welche dir Unsicherheiten vermittelt? Sei dir bewusst, dass du deine Entscheidung aus einem guten Grund getroffen hast. Du hast dein Herz und deinen Verstand befragt und somit alles getan, was in deiner Macht stand. Vertraue dir, und deiner Fähigkeit Entscheidungen zu treffen.

 

2. Bist du in der Lage andere Entscheidungsoptionen loszulassen?

Wir neigen gern zum Perfektionismus, und daher ist es nicht ungewöhnlich, dass wir nach einer getroffenen Entscheidung weitere Optionen aufrufen. Was wäre wenn? Aber wer weiß das schon? So schaffst du nur Unzufriedenheit und bietest deinen Zweifeln ein Terrain, um sich auszubreiten. Schaffe keine Fata Morgana. Fantasien bilden verzerrte Bilder und steigern deine Unsicherheit. Akzeptiere das, was du denkst, fühlst oder tust, es ist Ausdruck deiner selbst. Lasse dich nicht von Handlungen fesseln, die du nicht absegnen kannst.

 

3. Bist du bereit, das Beste für deine Entscheidung zu tun?

Jede getroffene Entscheidung geht mit zahlreichen Faktoren einher, die für gutes Gelingen verantwortlich sind. Es ist in deinem Interesse, die Realität im Auge zu behalten – das heißt, dass du nach Informationen und Feedback Ausschau hältst, nach Dingen, die relevant für deine Überzeugungen, dein Handeln und deinen Zweck sind.

 

4. Möchtest du Entscheidungen radikal umsetzen, oder ziehst du kleine Schritte vor?

Du hast deine Entscheidung getroffen und möchtest sie so schnell wie möglich umsetzen. Daran ist nichts auszusetzen, denn du hast dir ein Ziel gesetzt. Achte dennoch drauf, was bei deinem Handeln herauskommt. Erstelle einen Aktionsplan und übe dich in kleinen Schritten. Festige nach und nach deine Vorhaben.

 

5. Bist du ehrlich zu dir?

Sich selbst kritisch anzunehmen ist wohl eine der schwersten Übungen in unserem Leben. Wenn du ehrlich zu dir bist, dann akzeptierst du die Realität deiner Gedanken, auch wenn sie dir nicht gefallen. Selbst wenn du deine Entscheidung bedauerst oder verurteilst, solltest du akzeptieren, dass du sie getroffen hast. Stehe dazu! Es ist dir besser gedient, wenn du dir deine Fehler eingestehst, als wenn du so tust, als existierten sie nicht.

 

6. Hast du große Angst vor Fehlentscheidungen?

Misserfolge oder Fehlentscheidungen können durchaus ein Geschenk sein. Sie lassen uns reifen und schaffen Platz für Neues. Wenn du deine Fehlentscheidung positiv interpretierst, kann es dir gelingen, negative Erklärungsmuster abzulegen und zwischen Erfolg und Misserfolg neue Grenzen zu ziehen. Denke immer daran: Jeder Misserfolg ist ein vorübergehendes Phänomen. Keine Fehlentscheidung ist von Dauer oder allumfassend.

 

7. Was könntest du heute tun, um deine Situation zu verbessern und eine Entscheidung zu treffen?

Höre auf deine Gefühle und lass deine Emotionen zu Wort kommen. Bemühe nie ausschließlich deinen Verstand. Die sogenannten „Kopfmenschen“ verzetteln sich oft. Denn ihr ständiges Abwägen von Vor- und Nachteilen und die Suche nach Gegenargumenten macht sie letztendlich entscheidungsunfähig. Während sie noch grübeln, hat sich ein anderer schon den Job geschnappt oder den Mietvertrag unterschrieben.

 

Unser Leben ist geprägt von Tausenden längst vergessener Situationen. Oft schwiegen wir, statt zu reden, ergaben uns oder kapitulierten. Statt unsere wahren Überzeugungen und Gefühle zu Ausdruck zu bringen, untergruben wir unsere Selbstachtung und verloren unsere Würde. Wenn wir uns selbst mit unseren Entscheidungen nicht behaupten und angemessen für unsere Werte eintreten, verletzen wir unser Selbstgefühl. Es ist nicht die Welt, welche uns hemmt eigene Entscheidungen zu treffen, das allein tun wir uns selbst an.

 

Tipp: Dein wichtigster Helfer bei Unsicherheiten ist dein Unterbewusstsein. Du solltest es immer wieder durch positive und aufbauende Gedanken ernähren. Nur wenn du in dir selbst ruhst und einen Mittelpunkt hast, bist du den entscheidenden Momenten gewachsen. Übe dich in Meditation und schenke dir ein Lächeln. Sei einfach nur da und genieße den Zustand des Angenommen-werdens.

 

Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.Laozi