Der Bauer, der sich nicht freuen wollte: Was du von ihm lernen kannst

Es war einmal ein alter Bauer, der seit vielen Jahren mit seinem Pferd seine Äcker umpflügte. Eines Tages lief sein Pferd davon.

Als sie die Nachricht hörten, kamen seine Nachbarn zu Besuch. „Solch ein Unglück!“, sagten sie mitleidig. „Vielleicht“, antwortete der Bauer.

Am nächsten Morgen kehrte das Pferd zurück und brachte drei weitere wilde Pferde mit. „Wie wunderbar“, riefen die Nachbarn. „Vielleicht“, antwortete der alte Mann.

Am nächsten Tag versuchte sein Sohn, eines der ungezähmten Pferde zu reiten, wurde geworfen und brach sein Bein. Die Nachbarn kamen wieder, um ihr Mitgefühl über das Unglück kundzutun.“Wie furchtbar!“ „Vielleicht“, antwortete der Bauer.

Am Tag danach kamen Militärbeamte in das Dorf, um junge Männer in die Armee zu ziehen. Als sie sahen, dass das Bein des Sohnes gebrochen war, stellten sie ihn vom Militärdienst frei. Die Nachbarn gratulierten dem Bauer, wie gut sich die Dinge dann doch herausgestellt hatten. „Vielleicht“, sagte der Bauer.

Warum konnte sich der Bauer nicht freuen, aber hat sich auch nicht geärgert? Er betrachtete Dinge, die geschehen, als nicht abgeschlossen. Denn: Nichts ist nur schlecht und nichts ist nur gut. Du weißt nie, wie sich aus einem Unglück glückliche Fügungen ergeben können und wie schnell nach einem Glücksreigen der Absturz folgen kann. Wenn du Dinge nicht als „Schlecht“ oder „Gut“ unterteilst, dann kommst du der Wahrheit und der Realität des Lebens – das einzige, was bleibt, ist der Wandel – ein ganzes Stückchen näher und schützt dich vor einem Auf und Ab der Gefühle. Du wirst gelassener, wenn dir auch einmal etwas widerfährt, was du in diesem Moment als schlimm empfindest, weil du weißt, dass das noch nicht das Ende der Geschichte ist.

Merke dir: Am Ende wird alles gut. Was noch nicht gut ist, ist noch nicht zu Ende.

Oder vielleicht auch nicht….

Alles Liebe,
dein Oliver

Kommentar verfassen