Eine Bar in Deutschland eröffnen: Dein Leitfaden

Die Gastronomie ist eine harte Branche und der Wettbewerb ist groß. Dennoch bleibt der Reiz, sich mit einer eigenen Bar selbstständig zu machen. Schick soll sie sein, viele Menschen ansprechen, und nicht zuletzt die eigene Individualität wiederspiegeln. Ein Traum, der wahr werden kann? Was spricht dafür und was dagegen?

Es gibt sicher viele Gründe, eine Bar oder ein Restaurant zu gründen. Vielleicht bist du bereits in diesem Geschäft involviert, weil Freunde, Bekannte oder nahe Verwandte in der Gastronomie tätig sind.
Möglicherweise hat dich dein Lieblingscafé inspiriert oder die tolle Bar um die Ecke. Dabei hast du festgestellt: „He, die machen hier was Tolles und ich muss wieder zurück auf meinen Bürosessel, und lästige Schreibarbeiten erledigen“.
Oder du bist schon einige Zeit im Gastronomiewesen angestellt, und möchtest nun den Sprung in die Selbstständigkeit wagen.

 

Eine Bar eröffnen: Schritt für Schritt durchdacht- diese Fragen solltest du dir stellen

  • Der Entwurf: Mit welchem Konzept möchtest du dich selbstständig machen? Soll es ein gemütliches Café sein, ein elegantes Restaurant oder doch eher die coole Bar? Denke daran: Morgenmuffel werden es bei der Eröffnung eines Cafés schwer haben.
    Wenn du geneigt bist, die Nacht zum Tag zu machen, dann liegst du mit einer Bar goldrichtig. Das Geschehen in einer Bar geht nicht selten bis in die frühen Morgenstunden.
    Die Eröffnung einer Bar zieht einen gut durchdachten Finanzplan nach sich. Je nach Modell, solltest über ein entsprechendes Eigenkapital und einen Businessplan verfügen.
  • Welches Modell kannst du dir vorstellen? Wenn dein Konzept feststeht, dann fülle es mit einem System. Ein Kellerlokal, eine Weinstube, eine Sportbar, ein Spezialitätenrestaurant- die Möglichkeiten sind zahlreich. Was kannst du am besten umsetzen und welche Zielgruppe möchtest du ansprechen?
  • Wo möchtest du eine Bar eröffnen? Die Standortanalyse ist ein entscheidendes Erfolgskriterium und hält viele Fragen offen. Das Kundenpotenzial basiert in erster Linie auf der Einwohnerzahl, wobei das Tourismusgeschehen in kleineren Orten ebenfalls eine wichtige Rolle einnimmt. Kannst du mit Laufkundschaft rechnen? Gibt es weitere Einrichtungen, welche deiner Art entsprechen? Hier empfiehlt es sich, eine Wettbewerbsanalyse durchzuführen. Steht dir eine Außenfläche zur Verfügung, sodass Gäste draußen Platz nehmen können? Gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten?
  • Welche Mitarbeiter erfüllen deine Vorstellungen? Hast du Führungsqualitäten? Um die richtigen Mitarbeiter zu finden und sie später zu führen, ist ein gehöriges Maß an Fingerspitzengefühl nötig. Kannst du deine Ziele klar definieren? Stimmen die Rahmenbedingungen? Bist du bereit Freiräume zu schaffen? Stets solltest du nur Dinge verlangen, die du auch selbst leistest. Du hast eine Vorbildfunktion.
  • Wie gestaltet sich die Finanzierung und wie erstellst du einen Businessplan?
  • Was muss zu deiner Eröffnung alles geplant werden?

Nach diesen wichtigen Schritten erfolgt das „Feintuning“, du gehst in´s Detail:

Der Wohlfühlfaktor: Gemütlich soll es sein, die Gäste müssen sich wohlfühlen.
Eine Bar sollte immer so gestaltet sein, dass sie Wohlbehagen ausstrahlt. Stelle es dir etwa so vor: Der Weg durch deine Bar gleicht einem Spaziergang durch einen schönen Garten- ästhetisch und ansprechend. Erfülle den Ort mit Leben. Es ist dein Image, du repräsentierst. Man muss dir anmerken, dass du ein Konzept vertrittst, welches du liebst. Sei authentisch!

 

Standort- und Wettbewerbsanalyse vor der Eröffnung

Recherchiere und finde heraus wieviele Wettbewerber vor Ort sind. Ein brauchbarer Tool wäre in diesem Fall Google Maps. Konkurrenten müssen nicht zwangsläufig abschrecken. Finde ein Alleinstellungsmerkmal und hebe dich ab. Die Attraktivität deines Standortes wächst durch ergänzende Einzelhändler in der Nähe. Das wirkt sich umsatzfördernd aus. Die Kaufkraft ist ein weiteres entscheidendes Kriterium. Das verfügbare Einkommen ist in München höher als beispielsweise in Dresden. Restaurants mit einer Hochpreisstrategie wären somit in Dresden fehlplatziert.
Achte auf die Erreichbarkeit, unter anderem durch öffentliche Verkehrsmittel. Parkplätze sollten ebenfalls ausreichend zur Verfügung stehen.

 

Deine Mitarbeiter

Der beste Freund muss nicht der beste Mitarbeiter sein. Wähle hier geschickt und fachspezifisch aus. In erster Linie brauchst du zuverlässige Mitarbeiter auf einer guten Vertrauensbasis. Es ist nicht einfach, qualifiziertes Personal zu finden. Deine zukünftigen Mitarbeiter sollten sich mit deiner Idee identifizieren können, aber auch ein gewisses Know-how mit einbringen. Sei es im Service oder in der Küche.
Eine wichtige Rolle spielt auch die Kleidung, denn sie ist die Visitenkarte deiner Bar oder deines Restaurants. Sie spiegelt Image und Konzept wieder. Sei es das Dirnd´l in der bayerischen Küche, der ausgefallene Look in einer Szenebar oder das sanfte Outfit in einem romantischen Ambiente. Zudem fördert die einheitlich ansprechende Kleidung den Gruppenzusammenhalt und die Motivation. Außerdem wichtig: Dein Team erwartet Erfolg und Anerkennung. Du solltest über Führungsqualitäten verfügen.

 

Die Werbung

Mache auf dich aufmerksam! Setze dabei auf lokale Zeitungen, soziale Netzwerke, Flyer oder Plakate. Eine weitere Möglichkeit ist die Anmeldung auf Städteportalen. Melde dein Gastgewerbe an und berichte über deine Neueröffnung. Plane Aktionen mit bestimmten Angeboten.

 

Kleine Spitzfindigkeiten, Anfängerfehler, Freuden und Leid eines Barbetreibers

Es wird immer Momente nach der Eröffnungsphase deiner Bar geben, wo es nicht glatt läuft und wo du im Nachhinein feststellst, das hätte ich anders machen sollen. Gefeit bist du vor Fehlern nicht. Meist sind es Winzigkeiten, denen man zunächst keine Beachtung schenkt.

  • Ein notwendiger Umbau der Räumlichkeiten zu deiner Traum-Bar kann tückisch sein. In der Regel wird man versuchen das meiste in Eigenleistung zu bewältigen. Eine anfallende sechsstellige Summe als Startkapital kann man durchaus als objektiv betrachten.
  • Neben einem möglichen Fenstereinbau oder neuer Toiletten, fallen Materialien für die Inneneinrichtung an, und nicht zu vergessen der spätere Wareneinkauf.
  • Welches System hat deine Bar, wie räumst du sie ein? Entsprechendes Know-how ist gefragt.
  • Wenn du die Bar nicht selbst aufräumen und reinigen möchtest, brauchst du auch hier entsprechendes Personal.
  • Die laufenden Kosten für Getränke müssen gedeckt sein. Das Aushandeln von Preisen ist mühsam. In dem Zuge bieten die Lieferanten oft Kredit an, welcher aber einen langfristigen Vertrag vorsieht. Es ist nicht sinnvoll, sich über 10 Jahre an ein und den selben Lieferanten zu binden. Dauerhaft ist ein höherer Bierpreis zu erwarten gegenüber anderen Lieferanten, wo du frei wählen kannst.
  • Die Behördengänge für entsprechende Genehmigungen sind lästig. Oft hat man das Gefühl gar nicht ernst genommen zu werden. Kurz wird in die Unterlagen geschaut. Einige Zeit später wird dir dein Plan mit grün markierter Gastrofläche zurückgeschickt. Nicht selten werden dafür Bearbeitungsgebühren von etwa 2000 Euro aufgerufen.
  • Bei Stichproben durch die Gaststättenaufsicht kann es durchaus passieren, dass ein fehlender Toiletten-Wegweiser bemängelt wird, oder der Feuerlöscher nicht korrekt beschildert ist. Gern wird nach Fehlern gesucht.
  • Plane genügend Zeit außerhalb deines eigentlichen Bar- oder Restaurantgeschehens ein. Vielleicht hast du jemanden, der deine Internet- und Facebookpräsenz betreut. Du hast ohnehin mit anfallenden Bürotätigkeiten, Rechnungen schreiben, dem sortieren der Ablage und einer kontrollierten Buchhaltung zu tun. Musikalische Unterhaltung muss geplant werden. Welcher DJ tritt wann auf, insofern du dies in deiner Bar vorgesehen hast.
  • Stress mit Anwohnern: Du kannst noch so gut deine Lage recherchiert haben, es gibt sie immer, diese Dauer-Nörgel Anwohner, welche dir das Leben schwer machen können. Beruhigend: Mit den Ordnungsämtern lässt sich in der Regel reden und sie zeigen Verständnis.

Trotz aller Fallstricke: Du triffst Entscheidungen, handelst selbstbestimmt, teilst deine freien Zeiten ein und nutzt sie, wie du es für richtig hältst. Keiner schreibt dir vor, wo du sein musst und was du zu tun hast. Das ist der besondere Genuss an deinem Job. Freue dich über das Feedback, welches du möglicherweise schon während deiner Aufbauphase erhältst. Die Leute sind neugierig und begrüßen in der Regel einen neuen „Faktor“ in ihrem Stadtviertel.
Du bist mit Leib und Seele dabei.

 

Finanzierung und Startkapital, um eine Bar zu eröffnen

Banken sind zurückhaltend in der Vergabe von Krediten im Gastrogeschäft. Zu oft sind Geschäftsmodelle gescheitert. Mit guten Voraussetzungen, Überzeugungskraft und einem „wasserdichten“ Businessplan in der Tasche kannst du überzeugen.
Hilfreich ist ein Blick in das Gründerblatt. Hier findest du einen Muster-Businessplan der IHK.

Möglicherweise magst du jetzt Zweifel anmelden, aber die Eröffnung einer Bar lässt sich durchaus mit dem Kauf eines Autos vergleichen. Fahrzeugklasse und Kostenrahmen sind nahezu identisch. Entscheidend sind deine Prioritäten, welche du setzt.
Wenn du fachlich als auch sachlich gut aufgestellt bist und bestimmte Nachweise erbringen kannst, stehen dir auch Fördermittel zu.
Hier findest du eine Übersicht zu den deutschlandweiten Fördermitteln, die allerdings Bundesland- spezifischen Programmen angeschlossen sind.
Die Förderprogramme zu einer Existenzgründung beruhen auf deiner individuellen Situation.

Unter bestimmten Umständen erhalten Empfänger von Arbeitslosengeld die Möglichkeit auf einen Gründungszuschuss aus ALG I oder einem Einstiegsgeld aus ALG II.

Wenn nur ein geringes oder kein Eigenkapital vorhanden ist, kannst du dich an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wenden. Vorhandene Sicherheiten, eine einwandfreie Schufa und ein perfekter Businessplan sind Bedingung. Unter besten Voraussetzungen hast du die Möglichkeit auf einen Förderkredit bis zu 100.000 Euro. Die Konditionen dieser Kreditform sind fair und attraktiv.

 

Dein Businessplan, um eine Bar zu eröffnen

Ohne einen entsprechenden Businessplan geht nichts. Zur Risikoabschätzung und zum Erstellen einer Finanzierung ist er ein absolutes Muss. Professionelle Pläne beruhen nicht selten auf einem 30 seitigen Textteil und einer fest umrissenden Finanzplanung. Dein Gründungsprozess entspricht einem komplexen Vorgang. Mittels schriftlicher Fixierung schaffst du einen Überblick über mögliche Risiken, welche letztendlich für die Bank zur Finanzierung entscheidend sind. Wenn du mit einem guten Businessplan vorstellig wirst, erkennt die Bank, dass du dein Vorhaben ernst nimmst.
Du unterteilst deinen Businessplan in einen schriftlichen Teil, in welchem du alle Facetten deiner Geschäftsgründung beschreibst. Der zweite Teil zeigt eine Liquiditätsplanung, Rentabilitätsplanung sowie eine Umsatzplanung für die kommenden drei Jahre auf.
Wenn du kaum Erfahrungen in diesem Bereich hast, empfiehlt es sich, auf eine entsprechende Hilfe zurückzugreifen. Es gibt zwar zahlreiche Vorlagen und Bussinnes – Generatoren im Internet, jedoch verkörpern sie kaum deine tatsächliche Idee. Nutze deine klare Vorstellung und deine Ideen, verfasse ein individuelles Konzept!

Punkt für Punkt – dein Businessplan

  • Stelle dein Unternehmen mit Namen und der jeweiligen Rechtsform vor.
  • Wer bist du? Nenne deine Fähigkeiten und berichte über deine Berufserfahrungen.
  • Welchen Nutzen hat dein Konzept für Kunden und welche Zielgruppe verfolgst du?
  • Zeige alle Eigenschaften und das Potenzial auf. Weist dein Konzept genügend Attraktivität auf, um auf dem Markt bestehen zu können?
  • Erörtere kurz deine gesteckten Ziele, auch langfristig betrachtend.
  • Welches Gründungsdatum ist vorgesehen?
  • Zeige Wettbewerbsvorteile auf.
  • Worauf beruhen deine Finanzdaten? Hier fließt eine zukunftsweisende Entwicklung ein mit dem entsprechenden Kapitalbedarf.
  • Schließe deinen Businessplan mit einer kurzen Zusammenfassung. Nehme Bezug auf deine Kernaussagen und reflektiere. Der Schlussteil sollte kurz und aussagekräftig sein.

 

Welche Rechtsform solltest du für die Eröffnung einer Bar wählen?

Unter den vielen unterschiedlichen Rechtsformen gibt es kein Muss. Du wählst entsprechend deinem Konzept. Viele greifen zu Beginn auf ein Einzelgewerbe zurück, da es kostengünstiger ist. In dem Fall haftest du persönlich als Einzelperson. Zivilrechtlich betrachtet ist es jedoch sinnvoll, eine Haftungsbeschränkung herbei zu führen. Die Bank wird im Bezug der Darlehensgewährung nach der entsprechenden Rechtsform fragen. Als Einzelunternehmer hast du kaum die Möglichkeit dich für eine Darlehensrückzahlung zu verbürgen. Es sei denn, du kannst genügend Vermögen vorweisen.
In der Regel gründet man eine GmbH, welche ein Stammkapital von 25.000 Euro vorsieht. Sollte dir das Kapital nicht zur Verfügung stehen, kannst du die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft (UG) mit einem Mindeststammkapital von einem Euro wählen.

Hilfreiche Fragen und Informationen zu den jeweiligen Rechtsformen:

  • Möchtest du deine Bar allein oder mit einem Partner betreiben?
  • Kannst du das nötige Kapital allein aufbringen?
  • Wie risikoreich ist dein Unternehmen? Macht es Sinn, deine persönliche Haftung einzuschränken?
  • Wieviel Wert legst du auf das Ansehen deines Unternehmens?
  • Vereinbaren sich Rechtsform und Betriebsgröße?

 

Unter folgenden Rechtsformen kannst du wählen:

  • Einzelunternehmer
  • Personengesellschaften- hierzu zählen GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts), OHG (Offene Handelgesellschaft) und KG (Kommanditgesellschaft.
  • Kapitalgesellschaften- GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), UG (Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt).

Hier findest du eine Zusammenfassung mit entsprechender Charakteristik der Rechtsformen.

Deine Rechtsform muss notariell beglaubigt sein. Grundsätzlich empfiehlt es sich, den Rat eines Rechtsanwaltes einzuholen.
Unabhängig von der gewählten Unternehmensform musst du ein Gewerbe anmelden. Nach deiner gewerblichen Anmeldung wirst du steuerlich erfasst und darfst Rechnungen erstellen.
Musikalische Einlagen erfordern zudem eine GEMA- Meldung.

 

Eine Bar eröffnen: Zielgruppe und Mietpreise

Dazu einige Konzeptideen.
Welche Vorstellungen hast du? Nutze deine Kreativität, Inspiration und Fantasie! Authentisch und originell, möglicherweise auch ein konservatives Szenario- Einzigartigkeit ist gefragt.

Genannt seien folgende Modelle:

  • Cocktailbar
  • Sportbar
  • Tanzbar
  • Shisha-Bar
  • Café
  • Outdoor-Bar
  • ein Filmcafé
  • Künstlerbar
  • Weinbar

Sie dienen der Orientierung. Was du daraus entwickelst, liegt ganz bei dir.

Mit einer Outdoor- oder Garten- Bar bist du wetterabhängig. Aber je nach Standort kannst du eine grüne Oase zaubern, in welcher sich deine Gäste wohlfühlen. Mach deine Bar zum Geheimtipp. Ein spezielles Angebot kulinarischer Köstlichkeiten oder ausgewählter Getränke lüftet das Geheimnis. Das spricht sich rum. So wirst du immer weiter empfohlen.

Eine Künstlerbar wird sich immer dort etablieren, wo die Kunst,- Theater und Filmszene eine große Rolle spielt. Im eher ländlichen Bereich wärst du zwar der bekannte Außenseiter, aber vermutlich mit wenig Erfolg.

Bei cooler Musik treffen sich hippe Leute- das ist fast überall denkbar. Auffrischen kannst du dieses Konzept mit außergewöhnlichen Drinks oder Cocktails.

Zaubere eine Wohlfühloase im Großstadtdschungel. Nimm deine Gäste mit auf eine Reise. Sie sollen verweilen und Atmosphäre spüren.

Eine Filmbar ist recht individuell und spricht nicht jeden gleichermaßen an. Wähle ein stilvolles Ambiente, in welchen Filme der Vergangenheit oder Kultfilme gezeigt werden. Würfel Tische, Sofas und Stühle bunt zusammen. Deine Getränkekarte geht mit der jeweiligen Zeit konform. Kann gut gehen, aber hier ist die Ansprache wichtig.

Denke daran: Dein Konzept sollte unverwechselbar und einzigartig sein.

Mische die Zutaten gut, und schon bald hast du eine der gefragtesten Bars in deinem Viertel oder deiner Gegend. Finde einen tollen und ansprechenden Namen. Thema, Stil und Designart sollten erkennbar sein. Folge deinem Stil! Du darfst experimentieren, aber nicht den Fokus verlieren, sonst wird dein Konzept unglaubwürdig.

So schön dein Konzept eine Bar zu eröffnen auch aussehen mag, alles hat seinen Preis.

Mieten, pachten oder kaufen? Was macht Sinn?

Das Gaststättengesetz unterscheidet zwischen Schank- und Speisewirtschaft. Gaststätte ist der Oberbegriff für Bar´s, Biergärten, Restaurants, Biergärten oder Orte, die Speisen und Getränke anbieten.
Du kannst entsprechende Räumlichkeiten, mieten, kaufen oder pachten.

Risiken und Vorteile der jeweiligen Variante:

Einen Nachtklub kannst du nicht überall eröffnen. Der Bebauungsplan orientiert sich an einem sogenannten Mischgebiet. Hier wird die Zulässigkeit geprüft. Vergnügungsstätten mit einhergehender Lärmbelästigung unterliegen einer akribischen Prüfung.

  • Bei einem Kauf bist du Besitzer der Räumlichkeiten, einschließlich des Inventars. Mit einer Investition trägst du ein hohes finanzielles Risiko. Gehen die Geschäfte schlecht, kann dies deine Existenz bedrohen.
  • Miete oder Pacht sehen eine zeitweise Überlassung der Immobilie vor. Ein normaler Mietvertrag erlaubt dir den Zugriff auf alle Räumlichkeiten. Schließt du einen Pachtvertrag, kannst du dir darüber hinaus den damit verbundenen Vorteil der „Fruchtziehung“ ermöglichen. Auch wenn der Pachtvertrag einen eigenen Vertragstyp darstellt, orientiert sich die rechtliche Gestaltung weitgehend am Mietrecht.

Der Vorteil an Pachtobjekten: Meist sind sie mit dem notwendigen Inventar ausgestattet. Für eine Neugründung kann das durchaus hilfreich sein. Wobei du mit Einschränkungen im Ausleben deines Konzepts rechnen musst. Rustikale Holzbänke passen kaum in eine Szenebar.

 

Welche Mietpreise hast du zu erwarten?

Die Mietpreise sind in erster Linie abhängig von dem jeweiligen Standort. Ein 6000 Seelen Dorf wird mit freundlichen Mietpreisen locken. Jedoch die Vorstellung, hier mit einer schicken Bar zu überleben, lässt Zweifel aufkommen. In renommierten Gegenden kannst du mit monatlichen Mietpreisen zwischen 1500- 3000 Euro rechnen, abhängig von Größe und Ausstattung. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Wo, und mit welchem Konzept sich die Niederlassung mit einer eigenen Bar lohnen kann, zeigt ein Blick auf einzelne Städte in Deutschland

 

Eine Bar eröffnen- Tipps für einzelne Städte

  • Berlin ist Partystadt und Szenemetropole. Wirtschaftlich vielleicht nicht so stark aufgestellt, wie München. Aber die weltoffene Stadt zeigt Potenzial. Hier kannst du dich verwirklichen. Sei es mit einer extrovertierten, als auch einer alternativen Bar, die beispielsweise Smoothies anbietet und dabei ihre Gäste in einen Fruchtrausch versetzt. Berliner sind neugierig und offen. Das Publikum ist bunt gemischt.
  • München, die charmante Stadt der Bayern ist in jeder Hinsicht ein Ausnahmefall. Das Leben hier ist teuer, aber die Kaufkraft hoch. So liegt seit Jahren der Landkreis Starnberg auf Platz eins auf der Wohlstandsskala. Die Münchner können feiern. Das Glockenbachviertel zeigt sich hipp mit zahlreichen Bars und Kneipen. Favorit: Gin in großer Auswahl. Am Gärtnerplatz hingegen schlürft man zunächst sein Bier und besucht anschließend die umliegenden, angesagtesten Clubs der Stadt.
  • Hamburg ist eine liebenswerte Stadt und wichtige Handelsmetropole. Sie zählt zu den wettbewerbsfähigsten Regionen Deutschlands. Die Stadt ist berühmt für ihr Nachtleben. Die Szene findet sich nicht zwangsläufig auf der Reeperbahn, vielmehr trifft man sich im Schanzenviertel. Hier reiht sich eine Bar an die nächste, die Auswahl fällt schwer. St. Georg war einst das „Schmuddelviertel“. Mittlerweile hat es sich gemausert und zeigt Potenzial. Künstler und Kreative zieht es nach Altona und Ottensen.
  • Köln ist eine lebenswerte Metropole, wo Sehenswürdigkeiten und das kulturelle Angebot eine große Rolle spielen. Jedoch ist die Kaufkraft in Köln etwas niedriger, vergleichbar mit anderen Städten dieser Größenordnung. Die attraktive Stadt hat in der Tat ein wenig Nachholbedarf, sei es mit kleinen „Stuben“, oder einer einladenden Weinbar. Die hauptsächlichen Anlaufstellen sind das Belgische Viertel, gesäumt mit Bars, Boutiquen und Kneipen. Wer es durchgemischt mag, fährt nach Mühlheim. Die alternativen Bars zeigen sich in Ehrenfeld.
  • Leipzig sonnt sich als Messe-, Musik- und Industriestadt in einem rundum positiven Image. Trotz niedriger Kaufkraft boomt es und die Stadt wächst. Das niedrige Mitpreisniveau ist nicht nur für zahlreiche Studenten interessant. Es begründet Leipzig auch als Traumziel für junge Existenzgründer. Mittlerweile wird Leipzig als das „bessere Berlin“ besungen. Die hiesige Partyszene zeigt sich übersichtlich und bewegt sich primär in der Südvorstadt. Von da aus schlendert man mit zahlreichen Zwischenstopps einfach schurgerade hinunter und versackt in einer der diversen Bars mit tollen Angeboten.
  • Dresden ist eine zauberhafte Stadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und wunderschönen Plätzen. Wenn auch die Kaufkraft in Sachsen schwächelt, Dresden ist top und zählt zu den kaufkraftstärksten Regionen des Bundeslandes. Das beliebteste Szeneviertel ist und bleibt die Neustadt. Diverse Kleinkunstbühnen, über hundert Kneipen, schicke Bars, Shops und Ateliers prägen das Bild in dem Viertel. Dresden ist ein Publikumsmagnet, es gibt zahlreiche Anlaufpunkte und ausreichend Potenzial, um sich hier mit einer tollen Idee niederzulassen.
  • Frankfurt am Main: In der herrlichen Rhein-Main-Region könnte die finanzielle Ausstattung der Bewohner nicht unterschiedlicher sein. Dennoch eröffnen immer mehr Kneipen, Bars, Clubs und Restaurants. Einst lehrte das Bahnhofsviertel von Frankfurt die Passanten das Fürchten. Heute zieht es hier insbesondere Kreative und Künstler hin. Grundsätzlich zeigt sich eine bunte Mischung im Gastrogeschehen. Von einer Tanzbar, über urbane Kneipen bis hin zu einigen Sportbars, gemäß Eintracht-Frankfurt, ist hier alles vertreten.
  • In Stuttgart boomt die Wirtschaft. Das meiste Geld wird im Kreis Ludwigsburg, im Stadtteil Gerlingen ausgegeben. Aber auch die Stuttgarter Altstadt zeigt beste Voraussetzungen, um die Partymeile zu bereichern. Einst ging man bevorzugt auf die „Theo“, der Prachtstraße zum Flanieren. Mittlerweile ziehen weitere Ausgehviertel nach, und der Bedarf ist hoch. Neben „Theo“ werden die Kneipen und Bars rund um den Hans-im Glück-Brunnen gern besucht.
  • Bremen bleibt in der Kategorie „kaufkraftarm“ trauriger Spitzenreiter. Dafür macht es Bremen vielen Fremden einfach. Das Ausgehviertel ist hier einfach das Viertel, wo sich auf einem Straßenzug ein bunt gemischtes Publikum in ebenso bunt gemischten Kneipen, Restaurants und Bar´s trifft. Jährlich findet am Weserufer das Musik- und
    Kulturfestival Breminale statt. Aber auch sonst lockt die Stadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Bremen ist attraktiv, hat seinen ganz eigenen Charme und ist durchaus ein stabiler Anker mit Potenzial.
  • Hannover geht es gut. Die Pro-Kopf-Kaufkraft ist überdurchschnittlich hoch. Zur kaufkraftstärksten Gemeinde wurde zuletzt Isernhagen gekürt.
    Mancherorts von Hannover klappen die Bürgersteige in den frühen Abendstunden bereits hoch. Anders in Linden, dem lebendigen Stadtteil der Landeshauptstadt Niedersachsens: Hier sorgt ein bunter Einwohnermix für buntes Treiben. Aber auch Nordstadt steht dem nicht nach. Hier ist so einiges los. Beste Voraussetzungen, um eine Bar in Hannover zu eröffnen und sich mit einer tollen Idee einzubringen.