Lass nicht andere Menschen bestimmen, wer du sein willst

Erinnerst du dich an die Momente in deinem Leben, in denen dir Lehrer oder Eltern Grenzen gesetzt haben? Keine Grenzen, die deiner Sicherheit oder Erziehung dienten wie die Aufforderung, nicht an den heissen Herd zu langen oder keine Süßigkeiten von Fremden anzunehmen, nein – die Grenzen, die deiner Persönlichkeit und der Entfaltung deiner Potentiale Grenzen gesetzt haben: 

  • „Das kann der Kleine nicht!“
  • „Sie ist technisch nicht so begabt“
  • „Er ist einfach nicht so intelligent – das Abitur wäre nur eine Qual für ihn!“
  • „Mein Sohn ist total unsportlich. Ich habe Angst dass er sich im Sportunterricht verletzt, so dass ich unseren Hausarzt gebeten habe, ihm ein Attest zu schreiben“

 

Aber was ist, wenn bei…

  •  „Das kann der Kleine nicht!“ der „Kleine“ einfach Lust auf etwas anderes hat und es ihn nicht interessiert, er es aber könnte, wenn man ihn machen ließe
  • wenn bei „Sie ist technisch nicht so begabt“ niemand an ihre Fähigkeit, sich Dinge selbst zu erarbeiten, glaubt und Geschlechterstereotype eine weitere Rolle spielen
  • wenn bei „Er ist einfach nicht so intelligent – das Abitur wäre nur eine Qual für ihn!“ die Pubertät Kapriolen schlägt und er zwischen Liebeskummer, Besäufnissen mit Kumpels und Selbstzweifeln einfach nicht die richtigen Prioritäten setzen kann
  • und wenn bei „Mein Sohn ist total unsportlich. Ich habe Angst dass er sich im Sportunterricht verletzt, so dass ich unseren Hausarzt gebeten habe, ihm ein Attest zu schreiben“ die eigene Unsportlichkeit und die eigneen schlechten Erfahrungen mit Sport auf das Kind projiziert werden?

Später wird der erwachsene „Kleine“ wirklich Zweifel haben, ob er bestimmte Dinge alleine schaffen kann, das technisch unbegate Mädchen wird sich nicht an das Auswechseln ihrer Glühbirne machen und einen Mann rufen, weil „der“ das besser kann, dem minderbegabten Pubertierenden werden wahre Talente und Begabungen erst mit 30 oder 40 Jahren bewusst, nachdem er schon viele Jahre im gefühlt falschen Beruf arbeitet und der unsportliche Sohn merkt mit 35, dass er gerne Marathon läuft?

Wenn wir noch jung sind, dann sind Erwachsene und insbesonders unsere Eltern die Instanzen, denen wir grenzenlos vertrauen. Was sie sagen, ist Gesetz. Wir sind ja nur Kinder. Lasst uns nicht die Art Eltern sein, die Selbstzweifel in unsere Kinder implantieren, doch lasst sie uns auch nicht übermäßig loben, das ist das andere, falsche Extrem. Lasst uns unsere Schlussfolgerungen überprüfen, immer und immer wieder – indem wir an unsere eigene Jugend denken – da gab es bestimmt auch Menschen, die uns gesagt haben, dass wir etwas bestimmtes nicht können, und wir glauben es bis heute.

Was können wir gegen von anderen Menschen eingepflanzte Selbstzweifel tun?

  • Trenn dich von negativen Menschen in deinem Leben. Wenn deine Eltern negativ waren, an sich selbst und anderen gezweifelt haben, dich sogar verletzt haben – dann wirst du nach einem solchen Typ Partner suchen, weil es sich mit ihm „vertraut“ anfühlt. Such dir jemanden, der an dich glaubt und der dein ganzes Potential aus dir herauskitzelt!
  • Mach Dinge, von denen du denkst, dass du sie nicht kannst. Beweis den anderen Menschen von damals, dass sie falsch lagen.
  • Begib dich mit einem Therapeuten auf die Reise zu deinem „inneren Kind“. Damit hilfst du als Erwachsener von heute dem Kind von damals und hast die Chance, negative Selbsteinschätzungen aus deinem Bewusstsein zu tilgen.

Das Wichtigste: Lass dir niemals von anderen einreden, wer du bist und was du willst. Das kannst nur du.

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