Nimm dein Leben wieder selbst in die Hand

Kennst du das Buch „die 4-Stunden-Woche“? Hierin werden die Vorteile des Outsourcings, also des Auslagerns von Arbeit gepriesen. Mit geschicktem Auslagern von Arbeit und auch Persönlichem (dem Aussuchen von Geburtstagsgeschenken für die Frau oder die Reservierung von einem Tisch zum Abendessen im schicken Restaurant) soll man irgendwann so weit sein, dass man nur noch 4 Stunden pro Woche arbeitet, bei paradiesischen Einkünften natürlich, da man bevorzugt in Billiglohnländer auslagert.

Ich fand die Idee vor einigen Jahren faszinierend und begann, sie umzusetzen. Bei meinen Webseiten schrieb ich die Artikel nicht mehr selbst, sondern ließ sie von Autoren auf Plattformen wie Textbroker erstellen und übernahm nur noch die Tätigkeiten, die ich nicht aus der Hand geben wollte, wie das Gestalten der Webseiten selbst oder das Beantworten von Anfragen. Auch den großen Teil wichtiger Programmierarbeiten gab ich aus der Hand. Das Gleiche galt für die Nachbearbeitung meiner Fotografien.

Was war das Ergebnis? Ich konnte mit Hilfe von Auslagerung an andere zwar recht gut weiterhin meinen Lebensunterhalt sichern, doch irgendwann fühlte sich meine Arbeit, das was ich mir aufgebaut hatte,  nicht mehr wirklich wie „meine“ an. Dadurch, dass ich die Arbeiten nicht mehr selbst erledigte, nicht mehr selbst schrieb, programmierte, bearbeitete, verlor ich den Bezug dazu. Meine Projekte begannen, mich zu langweilen. Ich war zu einem Fließbandarbeiter geworden, der nur noch Arbeiten von anderen kontrollierte, nachbesserte und diese dann verwendete. Das trug dazu bei, dass ich langsam in eine ziemlich heftige Depression rutschte, aus der ich mich nur mit Hilfe von Meditation und meiner Herzensfrau befreien konnte.

Ich begriff, dass ich Projekte, an denen mir wirklich etwas liegt, wieder selbst in die Hand nehmen musste und sie eben nicht größtenteils auslagern durfte, um echte Befriedigung aus dem, was ich tat, zu gewinnen.

Ich denke, das geht vielen Menschen so oder ähnlich, die Teile ihrer Arbeit auslagern. Wenn du nicht mehr selbst deine Wohnung putzt, wirst du eine frisch gereinigte Wohnung nicht mehr so genießen können, als wenn du es selbst gemacht hättest. Wenn du deine Kinder in die Obhut eines Kindermädchens (ich rede nicht von einer Kita oder eines Kindergartens, was wichtig und wertvoll für Kinder ist, und nur für eine begrenzte Zeit des Tages)  gibst, riskierst du, dass die Beziehung zwischen dir und einen Kindern leidet und deine Kinder das Kindermädchen vielleicht irgendwann für ihre Hauptbezugsperson halten.

Und warum sollte man für das Schneiden der Hecke, das Austauschen von Glühlampen oder das Streichen einer Wand Handwerker beauftragen? Solche Arbeiten können fantastische Achtsamkeitsübungen sein.

Ich genieße es jetzt wieder, selbst Artikel zu schreiben, gerade solche über Selbstverwirklichung, Motivation und Lebensveränderung, da dies bei mir Themen sind, die seit 20 Jahren immer wieder auftauchen und die sich wohl auch immer durch mein Leben ziehen werden. Es fühlt sich gut an, auf eigene Artikel positive Resonanz von euch, den Lesern, als Rückmeldung zu bekommen.

Ich hoffe sehr, dass dir die ersten Artikel auf Nur ein Leben! gefallen haben, ich freue mich sehr über deine Resonanz auf Facebook oder über Kommentare hier auf der Seite. Natürlich hilft es auch sehr, wenn du meine Artikel auf Facebook teilst oder mir einen Link auf deinem Blog spendierst, wenn du mich unterstützen möchtest. Natürlich bin ich gerade am Anfang eines Blogs wie diesem auch auf Kritik angewiesen, also schreib mir bitte auch, was dich stört, was du gerne anders hättest und was du dir für die Zukunft wünschen würdest. Ich würde mich darüber freuen.

 

Alles Liebe,
dein Oliver

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