Selbständig machen als Fotograf: So klappt es

Grundvoraussetzung für einen guten Start als selbstständiger Fotograf ist natürlich das dazugehörige Talent und ein gutes Gespür. Viele von uns lieben das Fotografieren.

Folglich werden überall lustige, romantische oder verspielte Aufnahmen geschossen. Dabei möchte man tolle Fotos schießen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Es gibt aber auch einige Leute, die das Fotografieren nicht nur als Hobby sehen. Vielmehr möchte dieser Personenkreis seine Leidenschaft zum Beruf machen. Ein echter Profi hingegen muss allerdings noch eine Schippe drauflegen. Wann ist der richtige Moment gekommen, um den Auslöser zu tätigen? Passt der Hintergrund zum gewünschten Bild? Für solche Feinheiten ist natürlich eine Menge Know-how, Einfühlungsvermögen, ein gutes Auge und ein hochwertiges Foto-Equipment vonnöten.

Allerdings gibt es noch mehr Faktoren, die bei der Unternehmensgründung eine Rolle spielen. Welche das sind und wie man in diesem Business gut über die Runden kommt, dass schauen wir uns einmal gemeinsam in diesem Beitrag an.

 

Welche Voraussetzungen muss ein Fotograf erfüllen?

Über die Fähigkeiten eines zukünftigen professionellen Fotografen haben wir bereits im Einleitungstext gesprochen. Um in dieser Branche tatsächlich Fuß fassen zu können, muss der angehende Unternehmer oder die angehende Unternehmerin auf weitere wichtige Aspekte achten. Etliche Handgriffe haben nicht unbedingt etwas mit der Fotografie zu tun. Im zentralen Mittelpunkt steht der Verkauf. Du musst Dir in erster Linie einen Kundenstamm aufbauen. Gar nicht so einfach. Schließlich gibt es in diesem kreativen Berufsbild eine Menge Konkurrenz. Also muss sich Dein Fotostudio von den Mitstreitern explizit abheben. Wie schafft man das? Die Fotoarbeiten müssen besonders sein.

Um die Zielgruppen tatsächlich zu erreichen, sollten die Aufnahmen ins beste Licht gerückt werden. Um dauerhaft am Markt bleiben zu können, steht das Akquirieren immer im Fokus. Nicht jedem Jungunternehmer liegt dieses Vorhaben. Jedoch ist das Akquirieren der Dreh- und Angelpunkt. Zudem sollte ein betriebswirtschaftliches Hintergrundwissen vorhanden sein. Wer sich mit der Buchführung nicht auskennt, der steht von Anfang an auf verlorenem Posten. Gerade bei diesem Themenkomplex musst Du den Überblick behalten. Wie schreibe ich eine Rechnung? Mit welchen Einnahmen und Ausgaben kannst Du rechnen? Als Neueinsteiger sollte man sich im Vorfeld ausreichend Gedanken über die finanzielle Lage machen. Ist das Fotostudio finanziell überhaupt tragbar? Bei dieser Frage musst Du unbedingt ehrlich zu Dir sein, sonst wird der Traum von der Selbstständigkeit zu einem Albtraum. Sämtliche Faktoren wir die Miete, Versicherung, Fahrzeug, Computertechnik und sonstige Abgaben gehören in diese Kalkulation.

Mach Dir zudem unbedingt Gedanken über Deine Preise. Es gibt einige Fotografen, die ihre Arbeit unter dem Wert verkaufen. Die Spottpreise sorgen letztendlich dafür, dass das gesamte Geschäftsmodell plötzlich ins Wanken gerät. Ideale Ansprechpartner sind Steuerberater oder in Foren kann man sich über die Preis-Politik informieren. Auch Du als Fotograf musst flexibel sein. Mobilität und Kreativität sind ein entscheidender Faktor. Mittlerweile hat sich das Klischee gerade in diese Branche enorm verändert.

Früher sind die Leute zum Fotografen gegangen. Jetzt ist es gerade umgekehrt. Ein Fotograf wird gebucht. Ob zur Hochzeit, Taufe oder ein Betriebsfest. Oft sollen die Shootings an interessanten Orten stattfinden. Man muss sich also auf die Kundenwünsche einstellen können und mit originellen Ideen auftrumpfen. Dieser Aspekt gehört unter anderem auch zur Kundengewinnung.

 

Was verdient ein selbständiger Fotograf?

Bei dieser Frage wird man keine genaue Zahl erhalten. Ein Großteil der Fotografen verlangt in der Regel Tagessätze oder festgelegte Honorare. Jedoch spielen bei der Preisbildung gleich mehrere Faktoren eine maßgebliche Rolle. Zum einen kommt es auf die Qualifikation sowie auf das Können an. Zum anderen variieren die Preise je nach Bundesland. Auch eigene Interessen sind nicht unbedeutend. Steckt hinter dem Jobangebot ein werbewirksamer und interessanter Folgeauftrag, dann wird auch schon einmal ein spontaner Selbstkostenpreis festgelegt. Das muss individuell mit dem Auftraggeber bzw. dem Kunden abgesprochen werden. Wichtig ist nur, dass Du von Deiner Arbeit leben kannst. Gewisse Mindest-Honorare bzw. Tagessätze haben sich quasi über die Zeit eingebürgert. Ein Pressefotograf wird ab 250 Euro pro Tag aktiv. In der Werbebranche legen die Auftraggeber etwas mehr auf den Tisch. Hier kann schon einmal ein Honorar zwischen 700 Euro bis über  2.000 Euro fällig werden. Generell muss immer das Große und Ganze im Auge behalten werden. Wo wir wieder bei dem Punkt betriebswirtschaftliches Hintergrundwissen wären.

 

Selbständig machen als Fotograf ohne Ausbildung/ als Quereinsteiger?

Es gibt Fotografen, die keine Ausbildung vorweisen können. Es wird mittlerweile in Deutschland so gehandhabt, dass man selbst als Quereinsteiger ein eigenes Fotostudio eröffnen kann. Mit anderen Worten: Du kannst auch ohne Ausbildung dieses Handwerk ausüben. Allerdings ist parallel zur Gewerbeanmeldung und der steuerlichen Erfassung, unbedingt eine Eintragung bei der Handwerkskammer nötig. Es kommt vor, dass bereits die Stadtverwaltung (Gewerbeamt) die Gewerbeanmeldung an die Behörde weiterleitet. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest Du allerdings direkt Kontakt mit der Handwerkskammer aufnehmen. Als Fotograf besteht eine Melde-/Eintragungspflicht. Für das Eintragen in die Handwerksrolle wird eine Gebühr erhoben. Zudem musst Du einen Mitgliedschaftsbeitrag bezahlen. Dieser wird einmal im Jahr erhoben. Das erste Jahr allerdings ist noch beitragsfrei.

 

Welche Ausbildungsstätten und Schulen gibt es für Fotografie in Deutschland?

Wie bereits angesprochen gehört der Geschäftszweig Fotograf nicht mehr zum geschützten Berufsbild. Im Grunde genommen kann diese Tätigkeit daher ohne Ausbildung oder Abschluss ausgeübt werden. Dennoch muss man sagen, dass es sich bei der Fotografie um ein facettenreiches Berufsbild handelt. Bevor man also in eine mehrjährige Ausbildung startet, ist es von enormer Bedeutung zu wissen, welchen Weg man tatsächlich einschlagen möchte. Möchtest Du ein Geschäft eröffnen, Foto-Equipment verkaufen und Passfotos anbieten? Schwebt die vor als Sportfotograf durchzustarten? Interessierst Du Dich für eine dokumentarische und journalistische Tätigkeit? Oder bist Du vielmehr auf künstlerische Arbeiten aus? Hochglanzmagazine, Werbekampagnen oder Modefotografien? Die Bandbreite ist enorm, daher ist eine klare Orientierung wichtig.

Deutschlandweit gibt es zahlreiche staatliche und private Bildungseinrichtungen. Wenn Du eine Foto-Karriere im journalistischen Bereich anstrebst, dann ist beispielsweise die Ostkreuzschule ein idealer Ansprechpartner. Der künstlerische Sektor wird mehr oder weniger von den Universitäten abgedeckt. Für werbliche Zwecke kommt eher der Lette Verein infrage. Allerdings gibt es noch viele andere Foto- und Hochschulen. Gerade im Internet kann man sich einen ausgiebigen Überblick über die Bildungseinrichtungen verschaffen. Bei der Suche solltest Du auf jeden Fall die Studiengebühr im Auge behalten. Je nach Nachfrage kann die Preis-Spirale ganz unterschiedlich ausfallen. 500 Euro im Monat und mehr sind mittlerweile keine Seltenheit mehr.

 

Bin ich als Fotograf selbständig oder freiberuflich?

Wer als Bildjournalist sein Geld verdienen möchte, der muss kein Gewerbe anmelden. Generell zählt Journalismus unter die Rubrik „freie Berufe“. In §18 des Einkommensteuergesetzes wurde diese Form der Selbstständigkeit vom Staat geregelt. Die Freiberuflichkeit hat natürlich einige Vorzüge. Beispielsweise muss keine Gewerbesteuer entrichtet werden. Der Fotograf ist lediglich angehalten, die erzielten Einkünfte gegenüber dem Finanzamt offen zu legen. Zudem muss eine entsprechende Umsatzsteuer abgeführt werden. Darüber hinaus besteht auch keine Pflichtmitgliedschaft bei der Handwerkskammer. Kein ganz unbedeutender Faktor. Mitunter fallen die Beiträge hoch aus. Um eine Mitgliedschaft in einer Berufsgenossenschaft, in der BG Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse, kommt ein freiberuflicher Fotograf jedoch nicht drum herum. Für den Fall der Fälle ist der Versicherungsnehmer allerdings gut abgesichert. Die Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung wird in die sogenannte Künstlersozialkasse eingezahlt. Die sozialen Abgaben müssen in diese Kasse eingezahlt werden.

Die Höhe der Beitragsforderungen richtet sich entsprechend nach dem Arbeitseinkommen. Es besteht außerdem die Möglichkeit, einer privaten oder gesetzlichen Krankenkasse beizutreten. Bei der privaten Krankenversicherung musst Du allerdings bedenken, dass mit dem vorschreitenden Alter auch die Beiträge teurer werden können. Eine Pflicht auf eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit besteht nicht. Diese Risiken muss jeder nach eigenem Ermessen für sich abschätzen. Mitunter kommt es vor, dass man sich nicht ganz sicher ist.

Eine klare Abgrenzung zwischen freiberuflich und selbstständig kann sich schon mal schwieriger gestalten. Im Zweifelsfall gibt es fachspezifische Anlaufstellen wie der Berufsverband, Steuerberater oder die IHK. Ein ausführliches Beratungsgespräch ist immer ratsam.

 

Als Nebenjob oder im Hauptberuf?

Dass unweigerlich einige Änderungen auf Dich zukommen, wenn Du vom Hobby- zum Berufsfotografen umsattelst, das dürfte klar sein. Formell geht dieser Schritt recht zügig über die Bühne. Den Gewerbeschein kann man ziemlich schnell in den Händen halten. Allerdings sollte die Selbstständigkeit wohl überlegt sein. Immerhin geht man ein gewisses Risiko ein. Etliche Fotografen entscheiden sich daher für ein Nebengewerbe und bleiben ihrem Hauptjob vorerst treu. Mit einem finanziellen Polster lebt es sich dann doch entspannter. Der Hauptjob trägt automatisch zum Lebensunterhalt bei. Somit kommt man gut über die Runden und bleibt von eventuellen Druckphasen verschont.

Die ersten Einnahmen von möglichen Aufträgen dienen als Hinzuverdienst. Damit kannst Du Dein „Taschengeld“ aufstocken und kleine Extras für zwischendurch kaufen. Wird das Fotografieren als Nebenjob durchgeführt, dann bleibt eine finanzielle Sicherheit erhalten. Die laufenden Kosten werden durch den Hauptverdienst abgedeckt. Somit kann man seine Existenz nicht gefährden und erhält mehr Planungssicherheit. Zugegeben, diese durchschlagenden Argumente sprechen daher zuerst für eine nebenberufliche Tätigkeit als Fotograf. Allerdings muss dieser Nebenjob dem Arbeitgeber gemeldet werden, damit es zu keinen Missverständnissen am Arbeitsplatz kommt.

Wer sich gleich für den Schritt in die Selbstständigkeit entscheidet, der kann sich auf kein finanzielles Polster ausruhen. Nach der anfänglichen Begeisterung wird man gleich in die Realität katapultiert. Mitunter werden die freien Wochenenden und Feiertage der Vergangenheit angehören. Als Fotograf muss man auch an solchen Tagen arbeiten. Zudem sind gerade größere Shootings sehr zeitintensiv. Bei einer Hochzeit beispielsweise sollte der Fotograf den ganzen Tag vor Ort sein. Neben der eigentlichen Fotoarbeit stehen auch noch andere wichtige Dinge an. Viel Zeit verbringt man zudem im Büro. Gerade die Buchhaltung verlangt viel Aufmerksamkeit. Zudem müssen immer wieder neue Aufträge an Land gezogen werden.

Akquirieren von Kunden bzw. Fotoaufträgen sind besonders wichtig. Motivation, Kreativität und Selbstdisziplin sind in das A und O. Zudem darf man die organisatorischen Aufgaben nicht unterschätzen. Möchte ein Kunde ein spezielles Foto-Shooting in einem außergewöhnlichen Umfeld haben, dann muss der Fotograf aktiv werden. Ohne klare Strukturen, ein gut koordiniertes Terminmanagement und einer professionellen Korrespondenz kann schnell Chaos ausbrechen. Manchmal muss man über dies und jenes verhandeln. Bist Du ein Business-Mensch oder fällt es Dir schwer Deine Bedingungen deutlich durchzusetzen? Mit einem eigenen Fotostudio trägt man viel Verantwortung, daher musst Du genau in Dich hineinhorchen, ob Du für dieses Projekt tatsächlich geschaffen bist.

 

Reisefotograf werden

Heute hier und Morgen dort. Es gibt Menschen, die nach diesem Motto leben. Wer sich also dafür entscheidet, als Reisefotograf zu arbeiten, der wird immer auf gepackten Koffern sitzen. Die Reisefotografie kann auch als Dokumentationsmedium angesehen werden. Vorrangig möchte man Menschen, Tiere, Pflanzen oder Landschaften mit der Kamera festhalten. Jede Bilderserie soll seine eigene Geschichte erzählen. Sogar Fotoexpeditionen in bestimmte Länder stehen auf dem Programm. Hauptsache die Bilder sind spektakulär, einzigartig, atemberaubend, mysteriös und auffallend. Wer sich also mit dieser Stilrichtung auseinandersetzt, der muss schon ein Abenteurer sein. Ein gutes Auge für außergewöhnliche Motive ist sowie so das Maß aller Dinge.

Der Auftragspool bei einem Reisefotografen ist breit gefächert. Meist dreht es sich um Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten und Regionen rund um den Erdball. Wer über die entsprechende Reisefreudigkeit und Leidenschaft verfügt, der wird sich in dieser Berufssparte pudelwohl fühlen.

 

Selbständig mit Stockfotografie

Ein neuer Trend namens Stockfotografie zieht immer mehr Fotografen an. Vorproduzierte Fotos werden bei dieser Methode quasi auf Lager gelegt und zu einem späteren Zeitpunkt den Kunden angeboten oder an Bildagenturen verkauft. Oftmals vermitteln die Agenturen den Eindruck, dass man damit ganz leicht Geld verdienen kann. Foto hochladen und Kasse machen. Doch von solchen Slogans darf man sich nicht verleiten lassen. Dieser Markt wird mit Bildern nahezu überflutet. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Preisspirale. Wer selbst hohe Ansprüche an seine Arbeit hat, der kann bei dieser Machart ebenso auf der Strecke bleiben. Professionelle Fotografen setzen nicht immer auf die Stockfotografie. Sie bleiben lieber der herkömmlichen Fotografie treu. Das allerdings muss jeder für sich selbst entscheiden. Außerdem solltest Du Dir vor Augen halten, dass man mit Stockfotografie nicht wirklich reich werden kann. Nur ganz wenige kommen in diesen Genuss. Um wirklich davon Leben zu können ist Ehrgeiz, Durchhaltevermögen und eine zielstrebige Arbeitsweise gefragt. Mittlerweile gibt es etliche Agenturen. Fotolia, Shutterstock, Istock oder Pixelio dürften in dieser Branche mittlerweile ein Begriff sein.

 

Die eigene Fotografie vermarkten: eigene Webseite, Instagram und Co.

Am Schluss möchten wir uns noch einmal mit der Vermarktung beschäftigen. Wenn Du zukünftig als selbstständiger Fotograf arbeiten möchtest, dann muss die Öffentlichkeit auch von Deinem Unternehmen in Kenntnis gesetzt werden. Aufmerksamkeit erregen und dem Umfeld zeigen, was Du für tolle Aufnahmen machst. Mittlerweile gehört eine eigene Homepage zum guten Ton. Die Webseite sollte ansehnlich sein und Interesse wecken. Bereits auf dieser Plattform kann das eigene Können unter Beweis gestellt werden. Viele Selbstständige haben zudem ein Facebook-Account eingerichtet. Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit diesem Netzwerk. Über catchy gestaltete Posts kann man auf Neuigkeiten oder attraktive Angebote hinweisen. Man kann auch sagen, das Facebook oder auch Instagram und Co. zu einer Art Treffpunkt im Internet geworden sind. Hier werden sämtliche Informationen ausgetauscht und News kommuniziert. Zudem geschehen diese Schritte auf eine schnelle Art und Weise. Man erreicht jeden Nutzer und kann sofort sämtliche Feedbacks übermitteln. Diese Form der Vernetzung ist äußerst praktisch und erspart viel Zeit.