Singen lernen in nur einem Monat: Mit diesen 5 Tipps gelingt es dir!

Reden, schreien, krächzen oder flüstern – unendlich viele Töne lassen sich unserer Stimme entlocken. Unterschätze nie die Macht des Singens. Schon Orpheus konnte mit seinem Gesang andere Wesen verzaubern, Tiere zähmen und Steine erweichen.

 

Deine Stimme ist das Spiegelbild deiner Seele!

Bereits in den frühen Stunden der Menschheit spielte Singen eine zentrale Rolle.
Später teilte der Psychologe Carl Stumpf (1848-1936) die Auffassung, dass der erste Schritt zum Gesang auf dem Verweilen eines Tons beim Sprechen beruht. Ähnlich betrachtete es der Philosoph Jean-Jaques Rousseau. Er nahm an, dass leidenschaftliches, erregtes Sprechen den Ursprung des menschlichen Gesanges prägte. Wie auch immer: Wenn du sprechen kannst, dann kannst du auch singen! Womöglich schlummert ein großer Sänger in dir.

 

Wer singt, lebt gesünder!

Wer kennt es nicht: Das Singen unter der Dusche? Wir sind alleine, der Raum ist klein und wir fühlen uns unbeobachtet. Kurz: Es kann uns keiner hören und es ist völlig egal, wie wir singen. Dann trällern wir los. Anschließend fühlen wir uns wunderbar befreit. Grundsätzlich gilt: Singen ist gesund, auch wenn sich hin und wieder die Töne verirren.
Es gibt zahlreiche Gründe, warum wir unsere Stimme erheben sollten. Und damit es schließlich auch noch gut klingt, gibt es einige Tipps, die sich wunderbar umsetzen lassen.

Singen gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Singen vertreibt Bosheit und Gram und führt uns zu uns selbst. Kurzum: Singen macht glücklich und gesund.

 

Versuche es:

Es kann durchaus sein, dass du den gesungenen Ton in deinem Kopf anders wahrnimmst. Lerne, den Ton richtig zu hören! Verwende deinen ganzen Körper als Instrument und lerne deine eigene Stimme besser kennen.

 

1. In entspannter Atmosphäre die Stimme vorbereiten

Ein ruhiger Übungsraum, frei von Lärm und Störungen, ist Bedingung. Vermeide störende Ablenkungen.

  • Singe nicht zu leise! Vielleicht hört der Nachbar zu? Oft neigt man dazu, die Stimme zu senken und sie leise zu halten. Jedoch ist leises Singen für die Stimme viel anstrengender.
  • Singe nicht zu laut! In lauter Umgebung neigt man dazu, die Stimme zu überanstrengen. Kein Fernseher, kein Radio, keine Ablenkungen. Vermeide jegliche Überanstrengungen.
  • Singe in mittlerer Lautstärke, auch wenn sich die Übungen nicht immer gut anhören.

 

2. Achte auf deinen Körper und bleibe flexibel

Ohne bewusste Einbeziehung des Körpers entwickelt man gern eine falsche Grundhaltung. Fehlspannungen im Körper wirken sich immer auf die Klangqualität aus. Ein ausgeglichener Entspannungszustand ist beim Singen enorm wichtig.

  • Versuche locker zu bleiben.
  • Achte auf deinen Körper und auf aufkommende Verspannungen.
  • Bewege dich ruhig beim Singen.
  • Achte auf die Stellung deiner Füße. Die Fußsohlen sollten direkten Kontakt zum Boden haben. Das wirkt sich positiv auf die Atemfunktionen aus und unterstützt die Stimmfunktionen.
  • Gute Laune fördert eine gesunde und klangfähige Stimme. Spaß und Freude sollten beim Singen immer im Vordergrund stehen.

 

3. Atmung: Benutze dein Zwerchfell!

Über die Atmung stimmst du deine eigene Stimme wie ein Klavier.
Die Atmung erstreckt sich über drei Phasen: Einatmung – Ausatmung – Pause.
Du singst immer mit dem Strom des Ausatmens. Nach dem Singen eines Tones oder mehrerer Töne erfolgt eine Atempause. Die Einatmung nach dieser Atempause kommt von ganz alleine und läuft automatisch ab. Achte darauf, wie und wann du einatmest. Integriere bewusst deine Atmung in die Situation des Einsingens.

Atme, insofern deine Übung das zulässt, durch die Nase ein. Das wärmt die Luft an, reinigt sie und verhindert Trockenheit im Hals. Wenn du durch den Mund einatmest, achte darauf, ob du geräuschvoll einatmest. In der Einatmung öffnen sich die Stimmlippen, damit die Luft einströmen kann. Wenn die Einatmung hörbar ist, haben sich die Stimmlippen noch nicht weit genug geöffnet.

Die hörbare Einatmung wird häufig als Effekt in der Popmusik eingesetzt und kann durchaus reizvoll klingen. Der Nachteil ist jedoch, dass die Luft an den nicht ganz geöffneten Stimmlippen entlang strömt. So wird sie nicht erwärmt und auch nicht gefiltert. Die Stimmbänder werden gereizt. Versuche besser geräuschlos einzuatmen. Können sich hingegen deine Stimmlippen weit öffnen, ist die Zwerchfellbewegung effektiver und der nachfolgende Stimmklang kann sich wesentlich besser entfalten.

Ein guter Sänger wird immer in der Lage sein, Effekte bewusst einzusetzen. Er wird sie keinesfalls ständig verwenden, weil er es nicht anders kann.

Achte darauf, deine Atembögen nicht zu überziehen. Singe nicht so lange, bis du keine Luft mehr hast. Idealerweise atmest du ganz ruhig ein, singst deinen Ton und lässt noch ein wenig Luft übrig. Diese entweicht als geräuschloser Hauch durch deinen Mund. In diesem Moment löst du die Artikulationsmuskulatur und lockerst den Bauch. Nun folgt die kleine Atempause. Der neue Einatmungsimpuls kommt von ganz alleine.

Verbessere deine Atemtechnik und wähle ein Körpertraining mit Schwerpunkt auf Entspannung und Atmung, wie Yoga, Tai Chi oder Qigong.

 

4. Nutze deine Gesichtsmuskeln

Lippen, Zunge, Unterkiefer, Gaumensegel mit Zäpfchen – deine Gesichts und Artikulationsmuskulatur solltest du mit einbeziehen.
Nutze deine mimischen Muskeln im Gesicht, um deiner Stimme einen individuellen Ausdruck zu verleihen. Man darf deinem Gesicht ruhig ansehen, dass du singst. Öffne deinen Unterkiefer, um deiner Stimme Raum zum Klingen zu geben.
Eine geringe Kieferöffnung und ein nach hinten verlagerter Ansatz im Kieferbereich entspricht dem „Knödeln“, ähnlich wie bei Kermit, dem Frosch. Das behindert die Klangfähigkeit der Stimme und führt zu Fehlspannungen.

Bewege die Lippen beim Singen. Eine deutliche, aber nicht übertriebene Aussprache erhöht die Verständlichkeit. Sei im Mund- und Gesichtsbereich nicht zu verkrampft, aber auch nicht zu entspannt. Ist dein Stimmbereich flach und schlaff, dann klingt deine Stimme kraftlos und monoton. Die eigentliche Brillanz deiner Stimme geht verloren.

 

5. Quäle deine Stimme nicht und singe in einer angenehmen Tonlage!

Nun möchtest du sicher die tiefen und hohen Tonlagen fordern. Erhebe deine Stimme nicht bis zum „hohen C“, wenn es dir noch schwer fällt.
Gleiches gilt für die tiefen Lagen. Presse sie nicht heraus. Vielmehr singe soweit, wie es dir angenehm ist und du das Gefühl hast, deine Stimme frei und leicht einsetzen zu können.

Grundsätzlich gilt: Spürst du Schmerzen an Stimme und Hals, hast du deine Stimmbänder bereits überanstrengt. Gönne dir eine Stimmruhe.

Noch ein Tipp zum Schluss: Beginne mit langsamen Liedern und höre viel Musik. Menschen, die viel Musik hören, singen einfach besser. 

Hat dir der Artikel gefallen?
[Gesamt: 2 Durchschnitt: 3.5]

Kommentar verfassen