Warum 90% des Stoffs, den wir in der Schule lernen, Zeitverschwendung sind

Als Schüler war ich häufig frustriert. Fächer wie Mathematik und Latein, dessen Nutzen ich nicht verstand, Schulzeiten, die nicht zu mir passten, weil ich seit jeher fasziniert war von den Stunden um Mitternacht und der Produktivität, die für mich diese Zeit des Tages hervorbrachte – was in meiner Jugendzeit das mitternächtliche Schreiben von Kurzgeschichten und Bauen von Landschaften aus Lego war, sind heute das Entwicklen und Optimieren von Webseiten.

Alles in allem fand ich die Institution Schule maßlos überschätzt. Ich schwänzte die Schule, um mit meinen Freunden die Stadt zu durchstreifen, ins Museum zu gehen oder mir Gerichtsverhandlungen anzusehen. Später hatte ich fast alles von dem, was ich gelernt hatte, vergessen – und im Rückblick denke ich nicht besonders positiv über meine Schulzeit. Man hatte mir immer eingetrichtert, ich müsse fleißig sein, um später nicht als „Hilfsarbeiter“ zu enden – und heute? Nichts von dem, was ich in meiner Schulzeit gelernt habe, hat praktischen Nutzen für meine Arbeit im Digitalen Raum und nichts hat es mir erleichtert, diese Selbständigkeit so auszuüben, wie ich es heute tue.
Ich denke, dass sich seit meiner Schulzeit, die nun über 20 Jahre her ist, nicht viel geändert hat – was müsste sich also im Schulsystem ändern, damit Schüler weniger frustriert sind und besser auf das Leben vorbereitet sind?
Hier wären meine persönlichen 5 Ansätze:

 

Schafft Schulfächer ab!

Mathe, Latein, Physik – all dies waren Welten für sich. Sie standen nicht in Verbindung, es gab kein interdisziplinäres Lernen – auch weil sich die Lehrer oft nicht ganz „grün“ waren. Somit bekam ich als Schüler kein Gespür für das „Große Ganze“, sondern nur für Teilbereiche. Teilbereiche, deren praktischer Nutzen mir meist nicht erklärt wurde und mir dadurch als langweilig und lebensfern erschienen. Statt Schulfächer sollten wir in den Schulen mehr Wert auf individuelle Stärken legen – die Mathefreaks sollen sich mit Mathe beschäftigen, die Sprachfreaks sollen sich auf ihre Karriere als Schriftsteller oder Germanistikprofessor vorbereiten und die Internetaffinen sollen schon in der Schule anfangen, ihren ersten Blog zu schreiben und diesen professionell zu vermarkten – so könnte die Schule weniger Frust und mehr Talent generieren!

 

Lasst die Schule erst um 9 Uhr beginnen! Oder um 10.

Gleitzeit ist in aller Munde. Warum nicht auch in der Schule? Wenn wir das starre Unterrichten in Schulfächern abschaffen, dann gewinnen unsere Kinder mehr Flexibilität, zu ihrer inneren Uhr zu stehen. Es  gibt zwei Schlaftypen: Die Lerche, die im Morgengrauen topfit ist und die Eule, die gerne mal die Nacht durchmacht und etwas länger schläft. Lasst unsere Kinder ihrem Schlaftyp gemäß ihre Schulzeiten gestalten!

 

Legt mehr Wert auf Psychologie und Kommunikation statt Naturwissenschaften!

Ja, Mathematik und Physik schulen das logische Denken. So wurde es uns immer gesagt. Aber was merken wir, wenn wir älter werden? Die Beschäftigung mit einer toten, theoretischen Materie hat uns in vielen Bereichen des Lebens, die wichtig sind, nicht weiteregebracht: Verhandlungsgeschick, Empathie und die Fähigkeit, andere Menschen positiv zu beeinflussen.

Aber wie können wir mehr Verständnis für andere entwickeln und besser mit anderen kommunizieren, wenn uns das nicht gelehrt wird? Sicher, man lernt vieles in der Kommunikation mit Mitschülern in der Pause und nach der Schule.

Aber was ist mit den introvertierten, schüchternen Kinder? Diese müssten an die Hand genommen werden und ihnen im richtigen Alter Tipps für ein gelingendes und erfolgreiches Miteinander mit anderen vermittelt werden. Das heißt nicht, dass dies zum Fach werden soll, sondern dass Lehrer neben dem Lehrauftrag auch den Auftrag haben sollten, Kinder im Miteinander statt im Konkurrenzdruck um gute Noten („Nee, ich lass dich nicht abschauen!“) zu stärken.

 

Glück als Schulfach

Glück als Schulfach? Das existiert schon in Deutschland, aber leider noch viel zu selten. Wieso lernen wir in der Schule nicht, wie wir mit Krisen in unserem Leben umgehen können? Wie wir Ressourcen entwickeln? Wie wir eben nicht nur stumm Lehrstoff aufsaugen, um die Klasse zu bestehen, das Abi schaffen, das Studium schnell abschließen um dann in einem Job zu landen in dem man sich fragt: Wollte ich das eigentlich?

Lehrt Kinder, wie ise mit mehr Zufriedenheit in ihr Leben bringen können, z.B. mit Meditation. Lehrt Kinder, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und nicht das nachzuleben, was ihnen von Eltern und Lehrern gepredigt wird!

 

In Einzelfällen ist es ok, die Schule früher zu verlassen

Dein Kind in der Klasse ist 14 und hat schon seine eigene Internetfirma oder vetreibt erfolgreich eigene Produkte? Lass es die Schule unterbrechen oder vorerst abbrechen – wenn es sich wirklich um ein Unternehmen mit Erfolgspotential handelt, dann kommt es oft auf wenige Jahre an, um das Produkt erfolgreich auf den Markt zu bringen, bevor es andere tun. Wenn dein Kind so etwas in dem frühen Alter schon geschafft hat, dann wird es auch schaffen, das abi später auf dem zweiten bildungsweg nachzuholen!

Seien wir offen für solche, andere Schulwege und ersticken wir nicht den Geschäftssinn und das Gespür für das richtige Produkt zur richtigen Zeit durch allzu strenge Maßstäbe an die Schulpflicht!  Vertrauen wir in unsere Kinder und ihren Weg.

Denn wie für unsere Kinder auch als für unser Leben gilt: Nur ein Leben! Manche Chancen bleiben einmalig. Verschwendete Zeit bekommt man nie wieder zurück.

 

 

Kommentar verfassen